Max und Frederick

Der Hase Max und der Igel Frederick waren sehr gute Freunde. Sie wohnten schon seit vielen Jahren nur einige Maulwurfhügel voneinander entfernt und verbrachten viele Abende gemeinsam, an denen sie sich Geschichten erzählten, Möhreneintopf aßen oder einfach nur den Sternenhimmel beobachteten. Frederick konnte sehr gut Gitarre spielen und Max liebte es, wenn er gelegentlich einige Lieder vorspielte und beiden damit den Abend versüßte.

Hin und wieder kam es vor, dass Frederick ein paar Abende zu Hause verbrachte, um seinen Bau zu putzen, sich ein paar neue Lieder auf der Gitarre auszudenken oder aber, um sich einfach nur auszuruhen und nichts zu tun, denn schließlich war Frederick nicht mehr der Jüngste. Nach solchen Abenden verhielt sich Max oft etwas seltsam und löcherte Frederick mit Fragen, was er denn gemacht habe und weshalb er die Abende nicht, wie gewöhnlich, mit seinem alten Freund Max verbracht habe. Da Frederick keine Geheimnisse hatte, erzählte er Max ganz offen, dass er Zeit gebraucht hatte, um seinen Bau zu putzen, etwas Gitarre zu spielen oder einfach nur, um sich ein wenig zu erholen.

Max konnte das nicht recht verstehen und ließ nicht locker und meinte, dass Frederick doch genug Zeit hatte und man doch jeden Abend miteinander verbringen könnte. Da es aber in der Natur des Igels lag, sich gelegentlich einzuigeln und alleine zu sein, verstand er nicht ganz, weshalb Max wollte, dass sie sich jeden Abend trafen. Da Max dem Igel immer wieder Vorwürfe machte, weil sie nicht jeden Abend gemeinsam verbrachten entwickelte sich daraus langsam ein Streit. Eines Abends hatte Frederick keine Lust mehr, zu streiten und ging, ohne ein Wort zu sagen, einfach in seinen Bau zurück. Max verstand das nicht und ging traurig in sein Bett. Auch Frederick ging traurig in sein Bett, aber er wollte nicht mehr streiten. So vergingen einige Nächte und weder Max noch Frederick hatten den Mut, den anderen zu besuchen. Sie vermissten einander sehr, hatten sie doch viele Abende gemeinsam verbracht und sich tolle Geschichten erzählt, Möhreneintopf gegessen oder einfach nur den Sternenhimmel beobachtet.

Ganze zwei Vollmonde mussten vergehen, ehe sich Frederick traute, Max wieder zu besuchen. Er nahm seine Gitarre, setzte sich auf die Bank, die sie gemeinsam im Garten von Max aufgebaut hatten und fing einfach an zu spielen. Max war gerade dabei, Möhreneintopf zu kochen und er hatte es sehr vermisst, ihn mit Frederick zu teilen. So kam Max freudestrahlend aus seiner Hütte und lauschte ganz aufgeregt den Klängen, die Frederick seiner Gitarre entlocken konnte. Sie fielen sich weinend in die Arme und beide sagten beinahe gleichzeitig, dass sie so froh waren, sich wiederzusehen. Max fing an, sich zu entschuldigen und meinte, dass es vollkommen in Ordnung sei, wenn Frederick ab und zu ein paar Tage Ruhe brauchte. Er hatte es nun endlich auch mal geschafft, seine Hütte aufzuräumen, in der es immer etwas unordentlich aussah, aber das hatte Frederick eigentlich nie groß gestört. Frederick hatte kein besonders gutes Gedächtnis und hatte bereits vergessen, weshalb er und Max überhaupt gestritten hatten, er hatte seinen alten Freund einfach nur vermisst.

So verbrachten die beiden Freunde wieder viele Abende gemeinsam und auch wenn Frederick sich hin und wieder zurückziehen musste, so wussten doch beide, dass sie einen Freund hatten und sich immer wieder sehen können. Viel schlimmer war die Vorstellung, dass sie sich nie wieder sehen würden – das war den beiden durch ihren kleinen Streit nun klar geworden. Max erfreute sich vielmehr an den neuen Liedern, die Frederick sich in seiner Abwesenheit ausgedacht hatte und Max nutzte diese Zeit nun, um seine Hütte auf Vordermann zu bringen, oder seinen Möhreneintopf zu verfeinern, denn gekocht wurde meist bei Max.




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